Website-Lokalisierung: Ein Guide für Einsteiger

Localization
Alexander Bulat
29 Jan 2025

10 minütiges Lesen

Inhalte

Wenn Sie ein erfolgreiches Unternehmen leiten, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sie darüber nachdenken, sich international aufzustellen.
Um hierbei Ihre Erfolgschancen zu erhöhen, sollten Sie herausfinden, wie Sie Ihre Website lokalisieren können. Warum? Weil lokalisierte Websites Ihnen aus den jeweiligen Ländern mehr Traffic, Leads und nicht zuletzt Kunden bringen.

Die Zahlen lügen nicht: Ganze 60 % von Onlineshoppern bevorzugen lokalisierte Websites. Mit Website-Lokalisierung sind Sie auf dem besten Weg zum internationalen Erfolg. Spitzenreiter ihrer jeweiligen Branchen steigern durch Lokalisierung bereits seit Jahrzehnten Traffic auf internationaler Ebene. Und mit unserem einfachen Guide können auch Sie das.

Was ist eine Website-Lokalisierung?

Bei einer Website-Lokalisierung werden die Inhalte, das Design und die Funktionalität einer Website an eine neue Region angepasst. Dabei handelt es sich nicht einfach um seine Übersetzung, da eine profunde Kenntnis der Kultur, Werte und Vorlieben des Zielpublikums erforderlich ist. Website-Lokalisierung bieten sich besonders bei Websites zu Produkten und Dienstleistungen an, manchmal sogar bei Blogposts.

Anforderungen für Lokalisierungen vono Website-Content

Website-Lokalisierungen betreffen jeden Aspekt Ihrer Inhalte, so wie:

  • Sprache: Die Übersetzung spielt bei der Lokalisierung eine wichtige Rolle. Für eine erfolgreiche Lokalisierung sollten Sie auf die Hilfe professioneller Übersetzer mit Erfahrung im Lokalisieren sowie Wissen zu Ihrer Branche zurückgreifen.
  • Ton und Inhalte: Bei der Lokalisierung ist es zudem wichtig, einen guten Zugang zum Zielpublikum zu finden. Möchten Sie das Zielpublikum von etwas überzeugen oder über etwas informieren? Achten Sie daher auf den passenden Tonfall und die Inhalte.
  • Bilder: Was in einem Land gängig ist, kann in einem anderen unangebracht sein. So ist ein Daumen-hoch-Symbol in den USA zwar angemessen, sollte jedoch bei griechischen oder italienischen Websites vermieden werden.
  • Benutzeroberfläche: Das Navigieren auf der Website oder in der App sollte den kulturellen und sprachlichen Gewohnheiten Ihres Zielpublikums entsprechen. Im Arabischen oder Hebräischen wird beispielsweise von rechts nach links gelesen, sodass auch eine Website von rechts nach links verlaufen sollte.
  • Datum, Zeitangaben, Maße und Zahlenformate: In den USA schreibt man das Datum „July 4, 2024“, in Großbritannien hingegen „4 July 2024“.
  • Preise: Passen Sie Ihre Preise der regionalen Marktlandschaft und der dortigen Nachfrage an.

So wird eine Website lokalisiert

  1. Ziele und Leistungskennzahlen definieren

Legen Sie konkrete Ziele fest, je nachdem, was Sie mit Ihrem Lokalisierungsprojekt erreichen möchten. Vielleicht möchten Sie:

  • neue Kunden gewinnen
  • die Nachfragen nach ihrem Produkt steigern
  • existierenden Traffic für mehr Verkäufe nutzen
  • im Ausland organisch Traffic generieren
  • die Souveränität und den Bekanntheitsgrad ihrer Marke ausbauen

Je konkreter Ihre Ziele definiert sind, desto einfacher lässt sich feststellen, welche Bereiche Ihrer Website wie lokalisiert werden sollten.

Um zum Beispiel neue Kunden zu gewinnen, könnte es sinnvoll sein, die Blogposts mit dem meisten Potenzial für Such-Traffic zu lokalisieren. Für mehr Verkäufe aus existierendem Traffic kann es bereits effektiv sein, nur die Startseite und Produktbeschreibungen zu lokalisieren.

Je nach Ihren Zielen können Leistungskennzahlen für Ihre Website-Lokalisierung wie folgt aussehen:

  • Besucherzahlen für lokalisierte Seiten
  • Neue Leads aus lokalisierten Seiten
  • Produktdemos für den Zielmarkt
  • SEO-Schlagwort-Ranking im Zielmarkt
  • Konversionsraten auf lokalisierten Seiten
  1. Marktforschung betreiben

Betreiben Sie gründliche Marktforschung, um die Märkte für Ihre Expansion ausfindig zu machen. Durch diese Recherchen können Sie auch Ihre Wettbewerber besser einschätzen und wie Sie sich gegen diese abheben können. Und so geht's:

  1. Analysieren Sie Ihren Traffic

Analysieren Sie den Traffic auf Ihrer Website, um Zielgruppen zu identifizieren, die aus dem Ausland Ihre Website besuchen. Durch diese Analysen können Sie besser verstehen, welche Inhalte diese bevorzugen.

Zunächst sollten Sie den organischen Suchen-Traffic analysieren:

  1. Öffnen Sie Google Analytics 4 und gehen Sie auf Berichte
  2. Gehen Sie im Bereich Zielgruppe auf Übersicht
  3. Wählen Sie die Demografische Merkmale-Option aus

Nun können Sie eine Übersicht des organischen Traffics auf Ihrer Website nach Ländern sehen. Nutzen Sie für mehr Informationen auch die Filter Land und Stadt .

Als Nächstes sollten Sie Seiten anschauen, die den meisten internationalen Traffic bringen.

  1. Gehen Sie dafür im Bereich Berichte auf Engagement
  2. Im Tab Startseite können Sie die Startseiten ansehen
  3. Klicken Sie nun auf + Filter hinzufügen und wählen Sie Land aus
  4. Wählen Sie ein Land aus

Die Seiten, die den meisten internationalen Traffic bringen, sollten für Lokalisierungen an vorderster Stelle stehen.

  1. Traffic von Wettbewerbern analysieren

Nicht wenige Ihrer Hauptwettbewerber haben sicherlich ihre Websites lokalisiert. Dadurch generieren Sie zweifelsohne bereits Traffic. Wenn dies der Fall ist, können Sie deren Ansätze analysieren und dadurch wertvolles Wissen gewinnen.

Um den Traffic von Wettbewerbern zu analysieren, können Sie SEO-Werkzeuge wie Moz oder Ahrefs nutzen. Und so funktioniert es mit Ahrefs:

  1. Öffnen Sie Ahrefs und gehen Sie in den Bereich Site Explorer
  2. Geben Sie in der Suchleiste die Website eines Wettbewerbers ein
  3. Über den Location-Filter können Sie Traffic in verschiedenen Gebieten auswählen
  4. Klicken Sie auf Show results

hrefs Filter für Location

Jetzt können Sie die geschätzten Besucherzahlen für jeden Standort, bezahlte Schlagwörter, organische Schlagwörter und mehr sehen.

  1. Die Zielgruppe definieren

Sie sollten wissen, für wen Sie Ihre Website lokalisieren. Handelt es sich um Unternehmer? Vielleicht sind es Personen aus Ihrer Branche, die nach bestimmtem Input suchen. Vielleicht lokalisieren Sie aber auch für eine heterogenere Gruppe. Die Antwort lautet für jeden Zielmarkt unterschiedlich.

Es sind also ganz einfache Fragen. Doch wenn Sie tiefer einsteigen möchten, können Sie Käuferprofile erstellen. Dafür:

  1. Befragen Sie potenzielle Kunden aus dem Zielmarkt

  2. Organisieren und analysieren Sie Ihre Daten

  3. Gruppieren Sie Käufer nach Anwendungsfällen, Schmerzpunkten und Unternehmensgröße

  4. Schlagwortsuchen

Damit Ihre lokalisierten Inhalte von Google aufgegriffen werden, sollten Sie Schlagwortsuchen durchführen. Später, in der Übersetzungsphase, können Sie die identifizierten Schlagwörter in die Inhalte einbringen.

Für die Schlagwortsuche sollten Sie zunächst jene Schlagwörter identifizieren, bei denen Sie auftauchen wollen. Nutzen Sie dann SEO-Werkzeuge wie Ahrefs, um weitere Informationen dazu zu gewinnen. Achten Sie dabei besonders auf die Kennzahlen der Schlagwörter:

  • Terminologie: Welche Begriffe verwenden Leute für ihre Onlinesuchen? Die Terminologie kann sich je nach Land unterscheiden, selbst in verschiedenen anglophonen Gebieten. So würden US-Amerikaner eher nach „vacations in Florida“ suchen, Personen aus Großbritannien hingegen nach „holidays in Florida“.
  • Suchvolumen: Wie viele Personen suchen im Monat nach einem Schlagwort? Das Schlagwort „vacations in Florida“ bringt beispielsweise 1.500 Suchen pro Monat. „Holidays in Florida“ erzielt dagegen 1.200 Suchen pro Monat.
  • Schlagwort-Schwierigkeit: Diese Kennzahl gibt an, wie schwer es ist, bei einem bestimmten Schlagwort im Rang unter den Top 10 aufzutauchen. Je höher der Schwierigkeitsscore ist, desto mehr Backlinks werden Sie benötigen, um im Ranking oben aufzutauchen.
  • Suchintention: Was genau Menschen beabsichtigen, wenn Sie einen Suchbegriff eingeben, kann sich je nach Standort unterscheiden. Mancherorts geben Suchende „Solarmodule“ ein, da sie welche kaufen möchten. In anderen Gebieten wird dasselbe Schlagwort gesucht, um sich allgemein zu informieren.

Ahrefs Schlagwort Explorer.webp

Zusätzlich zu Ahrefs können Sie mit dem Google Keyword-Planer weitere Einblicke in regionale Schlagwörter gewinnen. In diesem Werkzeug können Sie Begriffe eingeben und dazu passende Schlagwörter finden. Außerdem können Sie so Vorschläge für Schlagwörter auf Ihrer Website bekommen. Und das Beste? Für einfache Suchen ist der Google Keyword-Planer kostenlos.

So verwenden Sie den Google Keyword-Planer für internationale Schlagwortsuchen:

  1. Wählen Sie im Bereich Lieferadresse das Zielland aus
  2. Klicken Sie im Hauptmenü auf Neue Keywords entdecken
  3. Geben Sie ein Schlagwort ein, das zu Ihrem Angebot passt
  4. Geben Sie die URL Ihrer Website ein
  5. Klicken Sie auf Ergebnisse

 Google Keyword Planner Suchfunktion für Schlagwörter.webp

Im nächsten Schritt werden Schlagwörter übersetzt und erneut mit SEO-Werkzeugen überprüft.

Dabei fällt Ihnen vielleicht auf, dass einige übersetzte Schlagwörter nicht ausreichend Suchvolumen aufweisen. Vielleicht bemerken Sie zudem, dass manche Schlagwörter an andere Themen gekoppelt sind und dass weitere Inhalte hinzugefügt werden müssen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Relevanz all Ihrer übersetzten Schlagwörter zu überprüfen.

  1. Website-Inhalte übersetzen

Die Übersetzung einer Website ist keine Arbeit für nur eine Person. Wenn Ihr Budget es erlaubt, sollten Sie ein erfahrenes Team zur Website-Lokalisierung beauftragen. Im Kernteam sollte mindestens ein Lokalisierungsmanager sein, der mit freiberuflichen Übersetzern zusammenarbeitet, um die Inhalte Ihrer Website zu übersetzen. Alternativ können Sie Anbieter von Sprachdienstleistungen nutzen.

Ob Sie auf eigene Übersetzer oder eine Agentur zurückgreifen, Sie sollten eine Managementsoftware für Übersetzungen (TMS) nutzen, um den Website-Lokalisierungsworkflow zu optimieren. In beiden Fällen spart Ihnen der Einsatz solcher Software Zeit, Geld und unnötigen Aufwand.

Neben den bekanntesten Übersetzungswerkzeugen zeichnet sich Centus durch seine Zuverlässigkeit und als TMS mit kaum benötigter Lernkurve aus. Seine Vielzahl an Integrationsmöglichkeiten mit Content-Management-Systemen (CMS) und Entwicklerwerkzeugen verringern die manuelle Arbeit an Website-Lokalisierungsprojekten.

So übersetzen Sie Website-Inhalte mit Centus:

  1. Verknüpfen Sie Centus mit WordPress oder anderen CMS
  2. Importieren Sie Inhalte nach Centus
  3. Delegieren Sie Übersetzungen an Ihr Team, eine Übersetzungsagentur oder MT-Software
  4. Exportieren Sie die übersetzten Inhalte zurück in Ihr CMS

Centus' Dashboard

  1. UX und UI lokalisieren

Bei der Website-Lokalisierung geht es nicht nur um die Übersetzung von Inhalten. Design und Layout Ihrer Website sollten ebenfalls den Vorlieben Ihres Zielpublikums angepasst werden.

So ist es beispielsweise bei nahöstlichen Kunden wichtig, Bilder zu verwenden, die örtliche Traditionen und Gewohnheiten achten. Menschen in Bildern sollten angemessen bekleidet sein und Abbildungen von Alkohol oder Fleischprodukten vermieden werden.

Das untere Bild zeigt die für Jordanien lokalisierte IKEA-Website.

IKEA's website screenshot Quelle: IKEA

Auch Nike passt seine Website-Bilder an das ausländische Zielpublikum an. Auf der lokalisierten Website setzt der Konzern traditionelle chinesische Farben und Symbole ein.

screenshot of Nike's website Quelle: Nike

Wenn Sie Lokalisierungen im Bereich UX/UI für Ihre Website vornehmen, behalten Sie diese Tipps im Hinterkopf:

  • Passen Sie die Farbgebung Ihrer Website an
  • Nutzen Sie kulturell relevante Bilder und Symbole
  • Passen Sie Schriftarten auf der Website an
  • Beachten Sie regional bevorzugte Navigationsarten für Ihre Website
  • Passen Sie Zahlen und Währungen an
  • Passen Sie Formulare an die Vorlieben der Benutzer für Input an
  • Richten Sie das Kalenderformat nach den Benutzererwartungen
  • Legen Sie die korrekten Zeitzonen fest

Mehr Informationen finden Sie in unserem UI/UX Lokalisierungsguide.

  1. Vor dem Veröffentlichen testen

Wenn Sie Ihre Website lokalisiert haben, sind gründliche Tests unumgänglich, um sicherzustellen, dass die Übersetzungen korrekt sind, die Benutzeroberfläche einwandfrei funktioniert und keine technischen Fehler bestehen.

Website-Lokalisierung-Tests betreffen funktionale und linguistische Aspekte.

Zum funktionalen Testen von lokalisierten Websites gehören:

  • Kompatibilität mit Hardware
  • Namen, Zeit- und Datumsangaben, Gewichte, Maße, etc.
  • Upgrades
  • Eingabefelder
  • Hyperlinks
  • Angemessenheit der Bilder
  • Design
  • Funktionsweise der Form
  • Einkaufskorb
  • Zahlungsverarbeitung
  • Ladezeiten
  • Downloads

Diese linguistischen Aspekte sollten Sie vor dem Veröffentlichen Ihrer Website überprüfen:

  • Rechtschreib- und Grammatikfehler
  • Zeichensetzung
  • Angemessenheit für Zielkultur
  • Falsche Verwendung von Schlagwörtern
  • Lesbarkeit und Attraktivität der Inhalte
  • Nicht übersetzte Passagen

Für das Testen Ihrer Website-Lokalisierung gibt es verschiedene Methoden, unter anderem

  • Personentests, bei denen Benutzerverhalten beobachtet und erfragt wird.

  • Remote-Nutzertests, bei denen das Benutzerverhalten remote beobachtet wird.

  • Vergleichsmethode, bei der zwei Versionen Ihrer Website auf ihre Leistung hin verglichen werden.

Außerdem kann es hilfreich sein, einen Muttersprachler mit Kenntnis des jeweiligen Markts sowie Erfahrung und Expertise im Bereich der Lokalisierung als Unterstützung im Testverlauf zu haben.

  1. Ihre Website bewerben

Wenn Ihre Website in der Zielsprache als neue Version veröffentlicht ist, kommt der Zeitpunkt, sie zu bewerben und so das Zielpublikum zu erreichen, um Traffic und Konversion zu erhöhen. Mit anderen Worten: Der Marketing-Fokus sollte sich nun auf das Endergebnis richten und in der Werbestrategie Faktoren wie Kultur, Kontext und Sprache nicht außer Acht lassen. Und so geht's:

  • Lokalisieren Sie Ihre digitalen Marketingkampagnen
    • Passen Sie E-Mail-Marketing und Social-Media-Kampagnen an.
    • Die genutzten Bilder sowie der Tonfall sollten angemessen sein.
  • Greifen Sie auf regional aktive Influencer zurück
    • Arbeiten Sie mit Influencern der jeweiligen Region zusammen.
    • Stellen Sie sicher, dass deren Inhalte zu Ihren internationalen Verkaufszielen passen.
  • Nehmen Sie an regionalen Events und Sponsorings teil
    • Sie könnten Sponsor für örtliche Teams oder Gemeinschaftsevents werden.
  • Arbeiten Sie mit örtlichen Unternehmen zusammen
    • Tun Sie sich mit örtlichen Unternehmen zusammen, um Ihre Sichtbarkeit und Reichweite zu verbessern.
    • Starten Sie Cross-Promotions, gemeinsame Events und Empfehlungsprogramme.
  • Nutzen Sie lokalisiertes Marketing Ihrer Inhalte
    • Erstellen Sie Blogposts, Videos und Infografiken, die örtliche Themen aufgreifen und sprachlich auf der Ebene Ihrer Zielgruppe sind.

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